Diagnoseverfahren und After-Sales-Service, eine zentrale Herausforderung für die Automobilindustrie
Nach dem Abschluss der Wirtschafthochschule begann meine Karriere bei Altran im Jahr 2006 als Junior Business Manager in die Abteilung AIT. In den nächsten vier Jahren drehte sich meine Arbeit um den After-Sales-Services sowie die Diagnose und eingebettete Systemlösungen für Fahrzeughersteller.
Zur Zeit bin ich der Leiter einer AIT-Entwicklungseinheit und arbeite in Projekten für PSA und Renault eng mit den NSI-Teams zusammen. Diese Projekte werden für Servicecenter im Allgemeinen auf Leistungs-garantiebasis und für Diagnoselösungen auf Festpreisbasis durchgeführt.
Welches sind die Hauptmerkmale des Automobilsektors und welchen Herausforderungen müssen sich Fahrzeughersteller im After-Sales-Servicebereich stellen?
Die Herausforderung, der sich Fahrzeughersteller heute stellen müssen, ist zweischneidig; einerseits ist ihnen daran gelegen, ihr Markenimage zu erhalten und andererseits die Kosten niedrig zu halten. Gleichzeitig müssen sie mit dem maßgeblichen Fortschritt auf dem Gebiet der Technologie und der wachsenden Komplexität von Fahrzeugmodellen Schritt halten, die immer ausgeklügeltere On-Board-Systeme erfordert. Zudem werden die Marktzyklen in der Fahrzeugindustrie kürzer, da die Produktpläne ständige Anpassung an neue Gegebenheiten erfordern.
Für Fahrzeughersteller ist der After-Sales-Service deshalb von entscheidender Bedeutung. Um ihr Markenimage zu erhalten bieten Fahrzeughersteller in Europa längere Gewährleistungszeiten, obwohl diese immer noch wesentlich kürzer sind als die ihrer asiatischen Mitbewerber. Der After-Sales-Service stellt auch für die Rentabilität eine Herausforderung dar. Asiatische Fahrzeughersteller, deren Gewährleistungskosten in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen sind, müssen die Qualität des Fahrzeugs sicherstellen und versuchen angestrengt, die Kosten zu senken.
Wie hilft Altran Fahrzeugherstellern dabei, dieses Thema anzugehen?
Heute ist Altran einer der wichtigsten Unternehmen im After-Sales-Segment des Automobilmarkts. In den vergangenen drei Jahren haben wir eine sehr aktive Rolle bei der Modifizierung von Diagnoselösungen für europäische Fahrzeughersteller gespielt.
Diese Lösungen haben sich aus dem Wunsch europäischer Fahrzeughersteller heraus entwickelt, Diagnose als Upstream-Aktivität einzuordnen und für die Ingenieure einen Ansatz zur Mitentwicklung vorangetrieben. Dank der Fachkompetenz unserer Teams haben wir an zwei der wichtigsten Untersegmenten im Diagnoseservice gearbeitet: dem Diagnose-Tool und den zugehörigen Verfahren.
Im Bereich Diagnose-Tool umfassen unsere Aktivitäten die Implementierung und Aktualisierung von Anwendungen innerhalb mehrerer Netzwerke von Fahrzeugherstellern sowie den technischen Support zur Verknüpfung von Netzwerkplattformen weltweit. Wir fungieren in diesem Geschäft als Servicecenter, das ortsunabhängig ein Wirrwarr an Aktivitäten organisiert; hier besteht Steigerungspotential.
Auf dem Gebiet der Konstruktionsentwicklung haben wir in den vergangenen drei Jahren geführte Diagnoselösungen für einzelne Bauteile und Subsysteme im Fahrzeuginnern und im Antriebsstrang überarbeitet. Das Konzept basiert auf dem oben angeführten Prozess der Mitentwicklung, und deckt die zeitgleiche Entwicklung von Diagnosemethoden und Fahrzeugdesign ab, während es gleichzeitig die doppelte Herausforderung «Markenimage/Kostenoptimierung» berücksichtigt. Sobald diese Lösungen entwickelt sind, werden sie zur Effizienzoptimierung des Netzwerks in das Diagnose-Tool integriert und auf seine seine Diagnosefähigkeit getestet. Unseren auf Festpreisverträgen mit dem Kunden basierenden Service, der zum Teil in den Anlagen des Konzerns durchgeführt wird, liefert auf Fahrzeugtechnik spezialisierte Diagnose- und Verfahrensexperten.
Werden die technologische Entwicklung und die steigende Nutzung von Embedded Systems Auswirkungen auf die After-Sales-Services für Fahrzeughersteller haben?
Der Fortschritt, den europäische Fahrzeughersteller machen, gibt ihnen die Möglichkeit, das Thema «Markenimage/Kostenoptimierung» in Angriff zu nehmen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden viel mehr im Bereich After-Sales-Service und der «intuitiven» Diagnose zu finden sein.
Wir arbeiten bereits an mehreren Projekten zur Verknüpfung von Diagnose und Multimedia. Obwohl wir hier aus Vertraulichkeitsgründen nicht ins Detail gehen können, sei soviel gesagt: Das Auto der Zukunft wird mit einer Vielzahl an Multimediaprodukten ausgestattet sein, die es dem Nutzer ermöglichen, Anwendungen und Dienste zur Fahrzeuginstandhaltung und -pflege langfristig auch zur Fernreparatur herunterzuladen.
Intuitive Diagnose ist ebenfalls ein interessantes zukunftsgerichtetes Thema. Hierbei erhalten Fahrzeuge mit oder ohne On-Board-Diagnosesystem Konnektivitätszugang zu Selbstdiagnose-Systemen, so dass Fehlfunktionen ihres Fahrzeugs erkannt und automatisch korrigiert werden können. Das heißt, im Fahrzeug wird ein Alarm ausgelöst und zum Netzbetreiber gesendet, sobald eine Fehlfunktion erkannt wird. Es wird sofort ein Auftrag auf Austausch des fehlerhaften Teils an den Operator zur «geführten Diagnose (guided diagnostic)» ausgegeben. Der ganze Prozess wird vom Fahrzeug aus gesteuert.
Da wir unsere Kunden seit vielen Jahren bei ihren Projekten im Bereich « After-Sales-Service und Diagnoselösung » unterstützt haben, verfügt Altran hier über einen hohen Grad an Fachkompetenz. Der Konzern arbeitet täglich an der Entwicklung innovativer Dienste und Produkte, die dann zu Standarddiensten und -bauteilen werden.



