Connected Health, die wichtigste treibende Kraft für ein ergebnisorientiertes Gesundheitswesen
Serge Roux kam vor 10 Jahren zu Altran in Paris. Seine Kompetenzen auf den Gebieten Maschinenbau und Industriedesign sind bei Entwicklung komplexer Produkte sehr geschätzt.
Serge entwickelte zahlreiche wertvolle Kompetenzen in den Bereichen Innovationsmanagement und Kreativität sowie Produkt- und Ökodesign, in so unterschiedlichen Bereichen wie Industrieprodukte, medizinische Geräte, Kundenelektronik und Fahrzeuginnenräume usw.
2006 gründete er ein Kompetenzzentrum für Design, das eine der Säulen der späteren „Pr[i]me Entity“ bildet. Seit 2009 ist er als Principal Industrial Designer für Cambridge Consultants (US), eine Geschäftseinheit der Altran Gruppe, tätig.
Die derzeitige Aktivität von Serge besteht in der Unterstützung der Innovationsförderung in den Bereichen medizinische Geräte/Vorrichtungen und Kundengesundheit.

Er ist an der Initiative „Connected Health – Verlinkte Gesundheit“ beteiligt und Projektleiter der meisten „VENA”-Demos des Unternehmens. Er wurde mit zahlreichen Preisen zur Anerkennung seiner Arbeit ausgezeichnet, darunter Janus de l’Industrie (des französischen Designinstitutes) 2010, ProCarton 2007, Öko-Designauszeichnung und der Observer Designpreis 2006. Seine ersten Auszeichnungen erhielt er 2005 beim Rebus Design Contest und sowie eine Altran Award.
Serge Roux ist Co-Autor von fünf Patenten in den Bereichen Automobil, Verpackung und Medizin.
Was ist Ihre Funktion innerhalb der Altran Gruppe und welches sind Ihre Verantwortlichkeiten?
Bei Cambridge Consultants, einer Geschäftseinheit der Altran Gruppe, war ich von Anfang an am Konzept „Connected Health” beteiligt. Meine Aufgabe ist es, Gesundheitstrends zu erkennen, den künftigen Wert des Konzeptes „Connected Health” zu bewerten und die Entwicklung einer Anzahl von „Vorführern”, die „Vena”, unsere technologische Plattform zur „Connected Health” präsentieren.
Hier besteht die Herausforderung darin, Personen von der Nutzung neuer Technologien zu überzeugen und der Schlüssel hierzu liegt in der den persönlichen Erfahrungen des Benutzers. Seitdem Patienten stetig besser informiert und mehr und mehr in die Überwachung ihrer eigenen Gesundheit involviert sind, stellen patientenorientierte Lösungen einen der wichtigsten treibenden Faktoren von Gesundheitsreformen dar.
Für unsere erste Vena-Vorführung entschieden wir, uns auf einen „verlinkten“ Inhalator zu fokussieren. Nachdem wir die relevanten Daten analysiert hatten, stellten wir fest, dass die Befolgung der Anordnungen in Fällen chronischen Asthmas, das eine Langzeitbehandlung benötigt, relativ niedrig ist. Das hat langfristig deutliche Auswirkungen auf die Kosten im Gesundheitswesens.
Inhalatoren, die mit der Vena-Technologieplattform ausgerüstet sind, können Patienten daran erinnern, wann sie das Mittel einnehmen müssen, die Einnahmezeit aufzeichnen und diese Informationen über eine sichere Onlineverbindung übertragen. Die Kosten sind minimal. Die Vena-Plattform erfüllt die Continua Health Alliance Standards, welche die Kompatibilität mit anderen Geräten ermöglichen.
Geräte bzw. Vorrichtungen mit der Vena-Technologie ermöglichen nahtlose Informationsübermittlung an alle Parteien der Gesundheitsversorgungskette und schließt so den Kreis zwischen Patient und dem gesamten Gesundheitssystem.
Um Patienten zu ermutigen, das Gerät zu benutzen, haben wir eine auf Anreizen basierende Demonstrationswebseite ins Leben gerufen (über Gruppenzwang oder finanzielle Anreize usw.). Dadurch zeigen wir Patienten, wie sie teilnehmen können und wie die Einhaltung der Behandlung verbessert werden kann (besuchen Sie die Webseite http://www.vena-enabled.com).
Ein anderes Vena-Konzept, an dem wir gearbeitet haben, ist die Vena Hub-Zuhörvorrichtung (Gateway). Wir stellten fest, dass zwar viele medizinische Geräte bzw. Vorrichtungen existieren, die „sprechen” (z. B. Waagen und Blutdruckmessgeräte, die mit kabelloser Datenkommunikation ausgerüstet sind), es aber keine Produkte gibt, die speziell darauf ausgerichtet sind „zuzuhören”.
Der Hub ist das kosteneffizienteste „Zuhörsystem” auf dem Markt. Mittels Bluetooth-Technologie zeichnet es Informationen von jedem Continua-kompatiblen Gerät auf, wenn eine Ablesung vorgenommen wird, und speichert diese. Der Hub kann folglich an den PC des Benutzers angeschlossen und die Daten via Internet an die entsprechende Back-End-Datenbank übermittelt werden. (http://www.vena-enabled.com/VenaHub/VenaHub.php)
Das neuste Vena-Konzept ist der „Minder”, der den Hub auf eine ganz neue Ebene hebt, indem es ihn zu einem zellular Hub macht (GSM oder CDMA) und die Möglichkeit hat, To-Do-Listen anzuzeigen, die automatisch aus persönlichen medizinischen Aufzeichnungen wie z. B. Google Health konvertiert werden. http://www.cambridgeconsultants.com/news_pr284.html
In welcher Hinsicht ist dieses Angebot strategisch für Altran?
Strategisch wichtig ist dies für Altran nicht nur, weil die Gesundheitsbranche dermaßen groß ist, sondern auch weil die Konnektivität und Digitalisierung des Gesundheitswesens der Gruppe einen Wettbewerbsvorteil in diesem neuen Markt bietet. Konnektivität im Gesundheitswesen hinkt anderen Branchen bezüglich der Annahme neuer Technologien hinterher. Im Gesundheitssektor ist die Implementierung neuer Technologien in der Tat ein langsamer Prozess, da Menschen relativ zögerlich sind, wenn es um die Änderung ihrer Gewohnheiten geht (und manchmal durchaus zu Recht). Mit Vena können wir ein Vorläufer auf dem Gebiet der Konnektivität im Gesundheitswesen sein und wir sind überzeugt, dass die Zeit dafür reif ist.
Während viele Hersteller Systeme im Internet und Systeme wie EMR (Electronic Medical Records / elektronische medizinische Aufzeichnungen) aufbauen, ist Innovation, die direkt mit den Kreis schließenden Konnektivitätsprodukten in Verbindung stehen, recht neu. Die Altran Gruppe muss sich einen Platz in dieser Marktnische sichern, so dass sie Lösungen für die künftigen Herausforderungen der Gesundheitsbranche wird anbieten können.
Was bringt dieses Angebot für die Kunden von Altran?
Zusätzlich zu Altrans Kompetenz in den neu aufkommenden Technologien, helfen wir unseren Kunden dabei, diese neue Welt zu verstehen, indem wir der Zukunft vorgreifen. Unsere Kunden sind u. a. große Akteure der Pharmabranche, Unternehmen im Bereich medizinischer Geräte und Startups. Während Altran all die verschiedenen Akteure bei diesen Projekten zusammenbringt, stammt die Initiative häufig von den Pharmaunternehmen.
Dank Systemen wie den Vena-Vorführeinrichtungen, werden Unternehmen zunehmend realisieren, dass dieser Typ von Medikamentierungssystemen und andere medizinische Produkte von Patienten sehr gut angenommen und korrekt benutzt werden.
Pharmaunternehmen werden diese neu entdeckten Daten nutzen können und die Behandlungen und die von ihnen hergestellten Abgabevorrichtungen verfeinern. Hinzu kommt, dass die politisch Verantwortlichen sehen können, wie diese Trends sich entwickeln und sie werden dementsprechende Verordnungen verabschieden.
Aus wirtschaftlicher Sicht liegen die Kosten dieser Lösungen weit unter denen bestehender Systeme, da die Vena-Technologie auf Chips basiert, die in großen Mengen für die Telekommunikationsbranche produziert werden. Aufgrund dieses Kostenfaktors sind wir davon überzeugt, dass diese Technologie relativ einfach integriert werden könnte.



