Wir bündeln unsere Kräfte
Olaf Schnell, Sprecher des Board of Directors von ALTRAN Deutschland, spricht über die Veränderungen bei ALTRAN in Deutschland.
Herr Schnell, was passiert Anfang 2009 nun genau? Neben der bereits existierenden IT-Sparte der ALTRAN Group – ALTRAN CIS – schließen sich die drei Schwesterfirmen ASKON ConsultingGroup, BERATA und EUROSPACE zusammen und agieren ab 2009 unter der Marke „ALTRAN Technologies“. Wurde dieser Schritt zentral von der französischen Mutter ALTRAN Group vorgegeben? Die ALTRAN Group existiert seit mehr als 25 Jahren und war viele Jahre sehr erfolgreich mit dem Konzept der Übernahme von bekannten Beratungsfirmen. Um das Jahr 2000 hat es ca. 180 Firmen mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten, unterschiedlichen Kulturen, Namen und Logos gegeben – eine Gemeinsamkeit war nicht erkennbar und eigentlich auch gar nicht gewünscht. Durch die Änderungen am Weltwirtschaftsmarkt, sicher auch durch die fortschreitende Globalisierung und das zunehmende Bedürfnis der Kunden nach überregionalen, starken Partnern, hat ein Umdenken eingesetzt und sich die Strategie der ALTRAN Group geändert. Heute sind wir als Gruppe klar strukturiert, können dort, wo es notwendig ist, weltweit mit 18.000 Mitarbeitern agieren, aber genauso als lokaler Partner auftreten. Jedes Land entscheidet für sich, wann und ob es den Schritt zur Gemeinsamkeit macht, was ich aufgrund der verschiedenen kundenseitigen Anforderungen als sehr positiv empfinde. Welche Vorteile ergeben sich nun durch die geänderte Organisation in Deutschland? Wir bündeln unsere Kräfte – das Know-how und die Erfahrungen der einzelnen Firmen –, um den Kunden ein breiteres Leistungsportfolio zu bieten, das branchenübergreifende Wissenstransfers ermöglicht. Unseren Mitarbeitern garantieren wir so noch bessere Karrierechancen. Es wird klare Branchenschwerpunkte mit tiefem Spezialisten-Know-how, aber auch erhöhter Flexibilität und noch schnelleren Reaktionszeiten für unsere Kunden geben. Die gewohnt hohe Beratungsqualität und die vertrauten Ansprechpartner bleiben selbstverständlich bestehen. Stichwort „Branchenschwerpunkte“ – Was können wir da erwarten? ALTRAN Technologies wird künftig in drei Schwerpunkten agieren. In den Bereichen Automotive sowie Luft- und Raumfahrt können wir uns aus ALTRAN Perspektive mit Recht als einer der Top 5 in Deutschland bezeichnen. In diesen Segmenten erwirtschaften wir über 75 Prozent unseres Umsatzes. Da wollen und werden wir sicherlich weiter in die Tiefe gehen und unsere Marktstellung weiter ausbauen. Aber es gibt auch noch viele interessante Branchen, die technologisch sehr vielversprechend und in denen wir heute nur Nischenplayer sind. Diesen Geschäftsbereich werden wir in den nächsten Jahren stark ausbauen und steuern dies über den Bereich „Innovation“. Zurückkommend auf die Mitarbeiter – Wie wird die kommende Änderung intern aufgenommen? Unsere Mitarbeiter haben sehr positiv auf die Entscheidung reagiert. Natürlich kennen sich viele Kolleginnen und Kollegen untereinander bereits und es gibt keine Berührungsängste. Wir vom Management nehmen aber auch alle kulturellen Unterschiede sehr ernst und haben eigene Programme entwickelt, um es für jeden Mitarbeiter so einfach wie möglich zu machen, den gemeinsamen Schritt zu gehen. Viele Kolleginnen und Kollegen sehen in erster Linie die Vorteile, z. B. in noch spannenderen und größeren Projekten mitzuarbeiten, die verstärkte Möglichkeit des Expertenaustauschs untereinander oder den Kompetenzaufbau in Netzwerken. Ich freue mich auch, dass wir noch bessere Auf- und Umstiegschancen schaffen werden, z. B. durch den Ausbau unseres Key Account Managements oder die Implementierung von Projekthaus-Strukturen. Herr Schnell, Sie scheinen sehr zuversichtlich. Läuft wirklich alles so glatt? Verschiedene Firmen „unter einen Hut“ zu bringen, ist kein Kinderspiel und tatsächlich ist es das größte und herausforderndste Projekt meiner bisherigen Berufslaufbahn. Wir arbeiten auf den verschiedensten Ebenen – egal ob im Managementkreis, in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen, die für diesen Anlass gegründet wurden, bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeiter – sehr konzentriert und mit großem persönlichen Einsatz. Es gibt - wie überall - Herausforderungen im Prozess und manchmal auch unerwartete Hürden. Die positiven Entwicklungen und das bisher Erreichte überwiegen aber diese Schwierigkeiten bei Weitem. Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und freue mich auf die Entstehung der gemeinsamen Firma ALTRAN und deren erfolgreichen Weg in Deutschland. |